Fun-Agility

Fun-Agility oder ist Turnier-Agility kein Fun??

Oft liest man im Internet von Angeboten, die dem Hundehalter das sogenannte Fun-Agility offerieren. Hier ist die Rede von "Agility, das man nur zum Spaß betreibe!" und "Für Hundehalter, die keine Turnierambitionen haben!" Da stellt sich unwillkürlich die Frage, ist denn ein Agilitytraining mit dem Augenmerk darauf, dass die Teams vielleicht irgendwann mal an einem Turnier teilnehmen können, ein schlechteres Training, das keinen Spaß macht?? Darüber haben wir uns mal einige Gedanken gemacht.

Wie trainieren wir?? Ist da die erste Frage, die es an dieser Stelle zu beantworten gilt und hier bleibt gleich festzuhalten, bei uns gibt es keine Fun-Agility Gruppe und das hat einen guten Grund. Unsere Teams sollen von Anfang an Agility so lernen, dass sie, wenn sie das möchten, irgendwann in der Lage sind, auf einem Agility-Turnier zu starten. Ob sie das im Endeffekt dann wirklich machen, bleibt natürlich jedem freigestellt, aber wenn sie wollen, dann können sie an Turnieren teilnehmen.

Aber nicht nur eine mögliche Turnierteilnahme ist das Ziel unseres Trainings, an allererster Stelle steht bei uns unser Teampartner der Hund, für den dieser Sport, und dessen muss sich jeder im Klaren sein, eine enorme Belastung bedeutet. Körperlich werden unsere Hunde bei Sprüngen, im Slalom und bei den Kontaktzonengeräten sehr gefordert, so dass wir immer ein Augenmerk darauf haben, diese Belastung soweit es geht gering zu halten. Und, manchen Fun-Agilitianer mit fehlenden Turnierambitionen wird dies vielleicht verwundern, vieles, was die Turnierläufer trainieren und auch vieles, was in der Prüfungsordnung gefordert wird, dient dazu, das Verletzungsrisiko und die Belastung von Muskeln und Gelenken des Hundes zu minimieren.

Zum Beispiel ist die Regel, dass der Hund die Kontaktzone berühren muss, wenn er einen Steg, eine Wand oder eine Wippe betritt oder verlässt, dem Gedanken entsprungen, dass es für einen Hund gefährlich werden könnte, wenn er die Geräte weiter oben auf dem Abgang verlässt. Ebenfalls der Verminderung des Verletzungsrisikos geschuldet, sind Regeln, die besagen, dass der Reifen und der Weitsprung immer nur in gerade Laufline gestellt werden dürfen, d.h. der Hund muss vom Geräte davor aus, die Möglichkeit haben, Reifen und Weitsprung in gerader Linie anzulaufen, um zu verhindern, dass er in diese Geräte in schrägem Winkel einspringt und sich verletzen kann.

Auch das korrekte Stellen des Hundes im Parcours auf dem Weg zum nächsten Hindernis, sowie das korrekte Führen und das Vorbereiten der Seitenwechsel, hilft dabei, dem Hund die nötigen Informationen zu vermitteln, die er benötigt, um Sprünge so ausführen zu können, das enge, gelenkbelastende Wendungen im Parocurs nicht notwendig sind.

Dieses Wissen versetzt den Hundeführer nicht nur in die Lage, seinen Hund auf einem Turnier zu führen, sondern hilft ihm auch dabei, ihn so schonend wie möglich zu führen. Dies also ist die Grundlage des Trainings bei den Hundefreunde Undenheim e.V.

Bleibt die Frage offen, haben wir keinen Spaß/Fun dabei?? Wir denken, wir können mit Fug und Recht behaupten, wir haben Spaß am und beim Agility und jeder, der sich die Turnier- und Trainingsvideos sowie die Bilder auf unserer Homepage anschaut, wird feststellen, nicht nur die Menschen haben Spaß und sind mit Feuereifer dabei, auch unseren Hunden sieht man den Spaß, den sie am Agility haben, bei jedem Sprung an. Fun beim Agility ist keine Frage von Turnier, sondern eine Frage der Ausbildung und des Aufbaus.

Fazit: Eine Unterscheidung zwischen Fun-Agility und Turnier-Agility ist Augenwischerei.

Sehr oft erfolgt in solchen Fun-Trainingstunden keine richtige Anleitung durch die Trainer, es wird nicht gezeigt, worauf es ankommt, Fehler weden nicht korrigiert, Kontaktzonen und Slalom werden nicht richtig aufgebaut. Aufwärmen der Hunde vor dem Training ist ein Fremdwort und die Stangen liegen auf den falschen Höhen, so dass die Hund unnötig hoch springen müssen. Auch die Qualität der Agility-Geräte ist maßgebend, denn wenn diese in einem schlechten, ungepflegten Zustand sind, kann sich ein Hund auch hier schwer verletzen.

Ein gutes Agility-Training versetzt im Endeffekt das trainierende Team dazu in die Lage ohne Probleme an einem Agility-Turnier teilnehmen zu können. Alles andere ist kein Agility, sondern Stangenhopserei und da sollte jeder Hundehalter genau hinschauen und für sich entscheiden, ob das, was da gelehrt wird, wirklich zum Wohle seines Hundes ist und vor Allem für diesen dann noch Fun ist.

Und zu guter Letzt sollte sich jeder, der mit seinem Hunde Agility "Just for Fun" machen möchte, fragen, ob das wirklich der richtig Sport für ihn und seinen Hund ist, denn für angeschlagene, kranke und vor allem für übergewichtige Hunde ist Agility kein Sport, egal ob als Fun-Agility oder als ernsthaft betriebenes Turnier-Agility, für diesen Sport muss der Hund körperlich wirklich fit sein.

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu Weiterlesen …